Facial Recognition
Das Phänomen, dass Menschen sich Gesichter anderer Kulturen schlechter merken können und die Gesichter der anderen Kultur ungenauer wahrnehmen und somit weniger gut emotionale Gesichtsausdrucke erkennen können, beschreibt die Psychologie als „Cross-Race Effect“.
Einer der Gründe für den Cross-Race-Effect sieht die Forschung in der merkmalsbasierten Gesichtswahrnehmung. Das bedeutet, dass ein Gesicht einer fremden Kultur eher anhand von einzelnen Merkmalen im Gesicht erkannt wird (Nase, Gesichtsform, Hautfarbe etc.) als „ganzheitlich“ wahrgenommen zu werden.
Dies führt dazu, dass die Gesichtserkennung auf der einen Seite langer dauert, da mehr Informationen parallel verarbeitet werden müssen und auf der anderen Seite, können die wahrgenommenen Gesichter nur langsamer und schlechter im Gehirn gespeichert werden. Durch die signifikante Reaktionszeitverbesserung, sowohl bei der Gesichtserkennung (Graphik 4: 14% Verbesserung) als auch bei der signifikanten Reaktionszeitverbesserung bei der Speicherung und Dekodierung von Gesichtern im Gedächtnis (Graphik 5: 31% Verbesserung), kann von einer substanziellen Informationsverarbeitungsveränderung im Gehirn ausgegangen werden. Im Folgenden ist die Reaktionszeitveränderung bei der Gesichtswahrnehmung (Spiel Scotland Face) als auch die Reaktionszeitveränderung bei der Speicherung und Dekodierung von Gesichtern (Spiel Face Whisperer) dargestellt.

Graphik 4. Reaktionszeitveränderung bei der Gesichtserkennung

Graphik 5. Reaktionszeitveränderung bei der Speicherung
